save me - Flüchtlinge aufnehmen!
Ein breites
Bündnis von PRO ASYL mit dem Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten
Nationen (UNHCR), Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, Menschenrechts- und
Flüchtlingsorganisationen fordert, dass Deutschland jedes Jahr ein
Kontingent an Flüchtlingen aus den Erstzufluchtsstaaten aufnimmt und
integriert.
Warum?
Kriege,
politische Krisen oder andere existenzielle Nöte zwingen jedes Jahr
viele tausend Menschen zur Flucht. Einen sicheren Staat, der eine neue
Lebensperspektive bietet, können die wenigsten Flüchtlinge erreichen.
Viele wollen langfristig zurück ins Herkunftsland, doch eine Rückkehr
ist oft auf unabsehbare Zeit unmöglich. Ohne eine Perspektive auf ein
menschenwürdiges Leben sitzen viele Flüchtlinge jahrelang in eigentlich
provisorischen Lagern fest.
Wir fordern, Flüchtlinge aus den schwierigen Verhältnissen in den
Erstaufnahmestaaten heraus nach Deutschland zu holen. In der
Fachsprache wird diese organisierte Aufnahme „Resettlement" oder
„Neuansiedlung" genannt. Die Idee ist nicht neu. Seit vielen Jahren
stellen Staaten wie die USA, Kanada, Schweden, Dänemark oder die
Niederlande jährliche Quoten für die Aufnahme von Flüchtlingen bereit.
Deutschland ist bislang noch kein Resettlementstaat. Dennoch hat auch
die Bundesrepublik im Laufe ihrer Geschichte mehrfach auch große
Gruppen von Flüchtlingen aufgenommen, wenn auch teilweise unter
problematischen Bedingungen. Ende der 1970er Jahre fanden zum Beispiel
26.000 vietnamesische Boatpeople dauerhaft Sicherheit Aufnahme in
Deutschland, 1999 wurden vorübergehend 10.000 Frauen und Kinder aus dem
Kosovo ausgeflogen und nach Deutschland gebracht.
Deutschland sollte sich am internationalen Flüchtlingsschutz
verantwortungsvoll und konsequent beteiligen und Flüchtlinge regelmäßig
aufnehmen. Die rechtlichen Voraussetzungen dafür sind vorhanden und
Platz für Flüchtlinge ist – in Zeiten funktionierender Abschottung und
zurückgehender Zuzugszahlen – genug da.
Was ist die Save-me-Kampagne?
Die Idee von Save-me ist es, eine Bewegung von unten zu initiieren, aus
den Städten und Gemeinden heraus. Denn eine informierte und
aufgeschlossene Bevölkerung ist die beste Grundlage für die Aufnahme
und Integration von Flüchtlingen und eine dementsprechende Politik.
In lokalen Bündnissen sollen die Themen Resettlement und
Flüchtlingsschutz in die Öffentlichkeit getragen und eine möglichst
breite gesellschaftliche Basis gewonnen werden. Kreativ und konkret
soll für die Aufnahme von Flüchtlingen geworben werden – mit dem Ziel
eines Bekenntnisses des Stadt- bzw. Gemeinderats zur Aufnahme von
Flüchtlingen vor Ort.
Gelingt es in den Kommunen, eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern
und schließlich die Stadt- und Gemeinderäte von der Notwendigkeit und
Möglichkeit einer Neuansiedlung zu überzeugen, dann wird sich auch die
Politik dem Thema nicht mehr verschließen. Schließlich sind Städte und
Gemeinden diejenigen, die eine Aufnahme von Flüchtlingen zu bewältigen
haben. Ein positives Votum der Kommunen kann skeptische Bundes- und
Landespolitiker mitreißen. Mit einer bundesweiten Save-me Kampagne
können auch die Innenminister für dieses Anliegen gewonnen werden.

